Geschichte der Blutegeltherapie
Bereits 1000
v. Chr. Sind Sanskritaufzeichnungen bekannt, in denen die
Zucht und Anwendung von Blutegeln erklärt wird. Blutegeltherapie
war ein großer Bestandteil der Ayurveda Medizin.
400 v. Chr.
Schrieb Hippokrates über die kleinen Helfer
1850 wurde
in Frankreich die Blutegeltherapie stark überarbeitet.
Hier wurden 100 Millionen Blutegel eingeführt. Nicht
selten setzte man bis zu 80 Tiere in einer Sitzung an. Dass
es da zu ernsten oder sogar tödlichen Zwischenfällen
kam, ist kein Wunder.
Der Blutegel
Blutegel gehören
zu den blutsaugenden Ringelwürmern. Die bekannteste
von über 300 Arten ist der medizinische Blutegel.
Früher wurden Blutegel in vielen Gewässern in
Deutschland gefunden, heute sind die Blutegel, aufgrund
der schlechter werdenden Wasserqualität, immer seltener.
Für die Medizinische Verwendung werden sie extra gezüchtet.
Blutegel haben insgesamt 95 Ringe. Der Kopf besteht aus
den ersten 10 Ringen. Genauso hat ein Blutegel Augen, und
zwar nicht wenig. Es hat jeweils ein Augenpaar auf dem 1.,
2., 3., 5. und 8. Ring.
Ein Blutegel hat 3 Kieferplatten, die angeordnet sind, wie
ein Mercedes Stern. Auf jeder Kieferplatte befinden sind
ca. 90 kleine, bewegliche Zähne, die sich beim Biss
langsam und nur ganz oberflächlich in die Haut fräst.
Ein Blutegel kann in der medizinischen Zucht durchaus 25-27
Jahre alt werden. Genaue Zahlen über das Alter in der
Natur sind nicht bekannt.
Im Speichel sind mehrere Stoffe, die die Gerinnung hemmen,
so macht 1 mg Hirudin 60 ml Blut für 24 Stunden ungerinnbar.
Der Blutegel gibt allein an Hirudin 1- 1,5 mg in seine Bissstelle.
Weitere Inhaltstoffe haben sogar antibiotische Wirkung und
wirken sehr entzündungshemmend.
Blutegel sind Zwitter, also zweigeschlechtlich, jedoch nicht
zur gleichen Zeit. Zuerst sind die Blutegel männlich,
wenn Sie sich dann mit älteren, weiblichen Blutegeln
paaren und ihr erstes Blut gegessen haben, wandeln sie ihr
Geschlecht und werden weiblich. Die Paarungszeit ist von
Mai bis Oktober. Die Eier werden in ein etwa eichelgroßes
Kokon abgelegt. Im darauf folgenden Frühjahr schwimmen
1-2 cm große Blutegel mit im Teich.
Der Biss
Vor dem Ansetzen
wiegt ein Blutegel 1-3 g und ist 4-8 cm groß. Nach
dem Beißen hat sich sein Umfang verdoppelt, teilweise
auch verdreifacht.
Der Blutegel besitzt zahlreiche Magenblindsäcke zur
Speicherung des Blutes, so dauert es 5-24 Monate bis alles
verdauert. Mindestens diese Zeit kommen die Blutegel ohne
neue Nahrung aus.
Bevor die Blutegel aus der Zucht kommen, hungern diese,
haben jedoch zuvor ca. 4-5 mal bereits Rinderblut "gegessen".
Schlecht lassen sich Blutegel bei Rauchern ansetzen. Mir
ist auch schon zu Ohren gekommen, dass Blutegel tot abgefallen
sind. Genauso beißen Blutegel ungern, wenn die Haut
mit Salben, Desinfektionsmittel oder sonstigen Chemikalien
bedeckt ist.
Ein Blutegelbiss dauert bis zu 2 Stunden und sollte nicht
unterbrochen werden.
Die Bissstelle blutet ca. 10-24 Stunden nach.
Bei welchen
Erkrankungen wird ein Blutegel eingesetzt?
- Alle Formen
von Krampfadern
- Mittelohrentzündung
- Halsentzündung
- Rippenfellentzündung und Lungenfellentzündung
- Gallenblasenentzündung
- Angina Pectoris
- Sehnenscheidenentzündung
- Schleimbeutelentzündung
- Rheuma
- Stärkste Verspannungen
- Herpes Zoster (Gürtelrose)
- Infizierte Wunden
- Tinnitus
- Plastische Chirurgie
- Bluthochdruck
- Abszess
- Fisteln
- Furunkel
- M. Ménière (Schwindelkrankheit)
- Migräne
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Nervenentzündungen
- Blutergüsse
- Offenes Bein
- Asthma
- Bronchitis
- Tennisarm
- Gicht
- Arthrose
- Thrombosen
- Mandelabszess
- Eierstockentzündung
- Brustdrüsenentzündung
- Hodenentzündung
- Arthritis
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schlaganfall
-
Wann sollte
kein Blutegel angesetzt werden?
- Bei Blutern
- Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
- Bei sehr niedrigem Blutdruck
- Quecksilbervergiftungen
- Schwere Leberschädigungen