Ich habe zwar eine Chiropraktische
Ausbildung gemacht und obwohl ich die amerikanische sanfte
Chiropraktik betrieben habe, praktiziere ich nun eigentlich
nur noch mit der Dorn-Methode, da hier die Nachsorge effektiver
und die Angst der Patienten vor den Risiken unnötig
sind. Genaueres dazu unter der Dorn-Methode.
Dennoch möchte ich es
hier nicht versäumen, Sie über die Chiropraktik,
so wie ich sie gelernt habe aufzuklären.
Viel Spaß
Chiropraktik heißt wort-wörtlich
"mit der Hand tun". Bei der Chiropraktik werden
Gelenkfehlstellungen wieder "eingerenkt". Der
Großteil der Gelenkfehlstände befindet sich an
der Wirbelsäule und wird als "Wirbelfehlstand"
betitelt.
Früher war es so üblich,
dass durch spezielle Grifftechniken ein ganzer Bereich an
Wirbeln gleichzeitig "bearbeitet wurde". Heute
ist es üblich gezielte Grifftechniken anzuwenden, um
nur den speziellen Fehlstand wieder einzurichten. Diese
Techniken nennt man segmentale Grifftechniken, da gezielte
Segmente angegangen werden.
So wie ich das mitbekommen
habe, herrschen zwei Ängste vor der Chiropraktik.
1. Die Angst vor Querschnittslähmungen oder Hirnblutungen
2. Die Bänder und Muskeln "leihern" aus und
es kommt schneller zu erneuten Fehlständen.
Um Ihnen die Angst etwas zu
nehmen, werde ich versuchen die Sachen näher zu erläutern.
Ein gewisser Grad an Risiko besteht bei jeder Behandlung,
bei jeder Operation und ja sogar beim Auto fahren. Wie hoch
jedoch das Risiko liegt ist von mehreren Faktoren abhängig:
Vorbereitung, Wissen, Erfahrung, Untersuchungen und Angst.
Je besser etwas vorbereitet ist, desto weniger Fehlerquellen
steigen auf. Wissen und Erfahrung ist die Grundvoraussetzung.
Die Untersuchung zeigt einem Therapeuten, ob vom Gesundheitszustand
des Patienten aus, irgendwelche Komplikationen zu erwarten
sind. Die Angst des Patienten ist ein sehr starker Faktor
dafür, ob eine chiropraktische Behandlung erfolgreich
ist, oder nicht. Beispiel: Es gibt sehr verspannte Patienten,
bei denen die Muskeln so verspannt sind, dass die Grifftechnik
überhaupt nicht gegen diese Kraft ankommt, hier sollte
man natürlich nicht brutal versuchen stärker zu
sein, sondern erst einmal die Muskulatur zu entspannen.
Die Angst eines Patienten kann jetzt aber auch dazu führen,
dass Dieser gegenspannt. Dann einen Griff richtig zu dosieren
ist natürlich schwierig und sollte so auch nicht probiert
werden.
Dass die Bänder und Muskeln leicht gedehnt werden,
ist richtig. Um jedoch diese Dehnung möglichst gering
zu halten ist man zu der segmentalen Chiropraktik übergegangen
und gibt auch nur noch kleine Impulse, so genannter "sanfter
Ruck". Da die Muskulatur eine sehr große Rolle
dabei spielt, massiere ich die Patienten vorher, damit dann
die Muskulatur (meist) richtig entspannt ist, der Patient
sich schon etwas auf mich eingestellt hat und eine Vertrauensbasis
geschaffen wurde. In einem solch entspannten Zustand, ist
das Risiko bei einer Grifftechnik irgendwelche Schäden
davon zu tragen unsagbar gering. Um hinterher "Rezidive"
(= Rückfälle, erneute Fehlstände) zu vermeiden
sollte man in den meisten Fällen krankengymnastische
Übungen machen, damit an den richtigen Stellen Muskulatur
aufgebaut, entspannt oder gedehnt wird.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen
das eine oder andere Vorurteil nehmen oder Ihr Interesse
wecken. Ach, noch eine Sache, das Knacken, welches man teilweise
hört, ist das Lösen eines Unterdrucks im Gelenk.
Es ist kein Knochen, keine Bänder und keine Sehnen.
Es wird nur der normale Druck im Gelenk für kurze Zeit
entlasstet, so dass sich der Knochen wieder richten kann,
wo er normalerweise hingehört.