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Methler aktuell und Hellweg info, 06/04
Heilpraktiker stellte Blutegeltherapie vor

Heilpraktiker Daniel Niehues hatte zu einem Infoabend
über die Blutegeltherapie in seiner Praxis auf dem Wambeler
Hellweg 110 eingeladen. Die Geschichte dieser Therapie ist bereits
seit 1000 v. Chr. bekannt und 400 v. Chr. schrieb Hippokrates über
die kleinen Helfer. Um 1850 wurde die Behandlung in Frankreich stark
überarbeitet. Das Ansetzen zu vieler Tiere richtete eher Schaden
als Nutzen an, so dass die Nutzung dieser kleinen Helfer eher rückläufig
war. Erst Anfang der 80 er Jahre wurden die Blutegel in der Chirurgie
wieder entdeckt, um verlorene Gliedmaßen durch die starke
Durchblutungsförderung wieder besser an den Körper angliedern
zu können.
Was ist an diesem kleinen Wurm so besonderes? Eine Mahlzeit, die
er während der Zeit von bis zu zwei Stunden zu sich nimmt,
reicht ein bis zwei Jahre, für Laien fast unvorstellbar. Er
bevorzugt reines Wasser und hat den Schwimmstil eines Delphins.
Der Biss, wenn der Blutegel an den Körper angesetzt wird, ist
wenig schmerzhaft und gleicht mehr einem Brennesselbrennen. Ihre
dreieckige Bissstelle reinigen sie grundsätzlich selbst. Ihre
Speicheldrüsen sind frei von Krankheitskeimen, deshalb ist
der Speichel auch des Blutegels nach heutigen Erkenntnissen der
heilenste Faktor. Die wichtigste Frage an diesem Abend war, für
welche Krankheiten die Blutegeltherapie geeignet ist. Die Auflistung
ist fast unbegrenzt und reicht von Rheuma, Gürtelrose, Krampfadern,
Tinnitus, Thrombose, Verspannungen, Nervenentzündungen, Arthrose,
offene Beine, Fisteln, Migränebis zum Tennisarm und vieles
mehr. Nicht geeignet ist eine Therapie bei Blutern, bei Magen- und
Zwölffingerdarmgeschwüren, bei sehr niedrigem Blutdruck,
Quecksilbervergiftungen und schweren Leberschäden.
Silke Hering stellte sich gern als Therapie-Patienten zur Verfügung.
An ihr konnten die Besucher der Niehues-Praxis miterleben, wie sich
dieser Wurm mit Blut voll saugt und dabei ein Sekret ausscheidet.
Außer einem leichten Brennen in den ersten zehn Minuten waren
keine weiteren Schmerzen spürbar, stellte das Versuchsobjekt
freudestrahlend fest.
Nach einer Stunde hatte der Blutegel genug Nahrung zu sich genommen
und hörte von selbst auf zu saugen. Die Wunde kann noch bis
zu zwölf Stunden nachbluten, weil während des Saugvorgangs
dem Körper eine Flüssigkeit als Blutverdünner zu
geführt wird. Für viele der Anwesenden war dieser Abend
sehr informativ und setzt den kleinen Heiler in ein positives Licht.
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